GoodLinks für URL-lastige Listen

Apple Reminders bietet drei Eingabefelder für URLs – wobei sich lediglich das „App-Link-Attachment“ auf macOS mit einem Doppelklick direkt im Browser öffnet. Hinterlegte URLs im Titel- oder Notizfeld muss man dagegen holprig über einen sekundären Klick aufrufen, während ich auf iOS alle drei URL-Platzierungen anklicken kann.

Screenshot eines Mobilgerätebildschirms, der eine Liste von Optionen zum Speichern von URLs in Apple Erinnerungen anzeigt, mit einer Hinzufügen-Schaltfläche am unteren Rand.

Webadressen, die im URL-Eingabefeld hinterlegt sind, lassen sich durch einen längeren Druck obendrein als „small or large thumbnails“ darstellen, sind dort aber für keine Automationen zu gebrauchen.

If you save a URL to Apple Reminders — via the Share Sheet or Siri — it goes into the reminder’s URL field. This sounds fine until you try to do anything useful with it.

The URL field in Apple Reminders is not accessible through any API. Apple doesn’t expose it through AppleScript, Shortcuts actions, EventKit (Swift/Objective-C), or any other interface. You can write to it, but nothing can read it back.

Hwee-Boon Yar

Langes Intro, kurzer Sinn: Diese (auch optische) Uneinheitlichkeit hat mich mit meinen URLs weg von Reminders und (erneut) in die Arme von GoodLinks getrieben.

Es bietet einen einheitlichen Platz für alle Webadressen – etwa den „pile of shame“ von Videospielen und Büchern, den ich mir (im Leben) noch vorgenommen habe. Mit dem passenden Schlagwort finde ich sie in GoodLinks bequem wieder.

Ob ich aber jemals dazu komme, möchte ich nicht diskutieren…

Ein Handy-Bildschirm, der eine Spielstore-Oberfläche anzeigt. Der Bildschirm zeigt zwei Spieleinträge; "Quantum Phantom Basketball" mit einem Schwarz-Weiß-Bild und "Jusant" mit einem Landschaftsbild. Eine Suchleiste wird am unteren Bildschirmrand angezeigt.

Praktikabel sind auch Shopping-Links: Ich merke mir etwa über das ganze Jahr hinweg Geschenkideen vor, damit ich nicht erst kurz vor einem Geburtstag (gedanklich) loslaufe.

„Apple Sports erweitert das Angebot um Golf“

 Ein iPad mit der Apple Sports App, die Live-Ergebnisse für Fußballspiele, eine Tastatur und einen Stift anzeigt.

Ebenfalls als Teil dieses Updates neu hinzugekommen sind einige der beliebtesten nationalen Pokalwettbewerbe Europas: DFB-Pokal, Coupe de France, Coppa Italia und Copa del Rey.

Apple.com/Newsroom

Steve Jobs war Apple-intern der größte Fan für ihre Präsentationssoftware Keynote; ähnlich leidenschaftlich skandiert Eddy Cue in Cupertino sicherlich am lautesten für Apple Sports.

Die iPhone-App läuft selbst ohne native Anpassung ausreichend gut in einem (Slide Over-)Fenster auf dem iPad.

Live-Aktivitäten sind jedoch das zentrale Feature, insbesondere weil sie für markierte Lieblingsteams von selbst starten. Ich öffne die App nie unter der Woche und bekomme trotzdem jedes Wochenende zuverlässig den Start für die Push-Benachrichtigungen der Werder-Bremen-Spiele.

Einzig und allein die Anzeige der Wettquoten für Sportwetten befleckt weiterhin die saubere App – Gambling ist wirklich eine Pandemie. Schon aus prinzipiellen Gründen sind sie in den App-Einstellungen auszuschalten.

#491 – ein Dutzend neue Apps

Tatsächlich persönliche KI-(Chat-)Assistenten verändern die Rolle klassischer App-Store-Software – so wie wir sie seit 2008 kennen. Das ist keine gewagte Wette, nur eine Frage der Zeit.

Solche Übergänge sind natürlich fließend und wie immer ist die Zukunft schon hier, aber ungleich verteilt. Deshalb hatte ich keine Probleme, auch zum diesjährigen Jahresauftakt zwei Handvoll neuer Apps zu finden.

Hier das Intro zur Episode:
iPhoneBlog #one kann man abonnieren. Alle Abonnent:innen bekommen jede Woche ein neues „Gewusst-wie”-Video, den Zugriff auf alle schon veröffentlichten Episoden und die Einladung zu einer ganz besonderen Community in einem privaten Slack-Kanal. iPhoneBlog #one ist ausschließlich von Lesern und Leserinnen finanziert und unterstützt direkt das iPhoneBlog.

„Fun Fact“: AirPods stecken vier volle Tage pro Monat in meinen Ohren

Ein Smartphone, das eine Hörgesundheits-App anzeigt, die ein Diagramm der täglichen Lärmbelastung über einen Monat zeigt, mit dem Status "OK" und einer Zusammenfassung der jüngsten Belastungsniveaus; der Hintergrund zeigt Noten und Konfetti.

Diese Statistik lässt sich in Apples Health-App unter „Kopfhörergeräuschpegel“ einsehen, weil dort „Lautstärkebelastung im Zeitverlauf“ gemessen wird.

Das bedeutet: Health misst die Zeit, in der Kopfhörer in Ohren (irgendeine Art von) Audioinhalt wiedergeben.

Klar, Wiedergabezeit ist nicht gleich Tragezeit, aber für diesen „Fun Fact“ sind diese Daten sicherlich präzise genug.

Und wer mehr als ein AirPods-Paar besitzt, filtert hier zusätzlich den Kopfhörergeräuschpegel nach Kopfhörertyp.

Seit Herbst bin ich quasi exklusiv mit den AirPods Pro 3 unterwegs – inklusive unserer mehrstündigen Podcast-Aufnahmen. Der automatische Wechsel zwischen meinen Computern bleibt dabei für mich das herausragende Feature.

iPhanpy schlägt gleichzeitig im AltStore PAL und App Store auf

Phanpy ist „Mastodon im Web“ und durchweg fantastisch; iPhanpy verpackt diese Webapp nun als native iOS-Anwendung. Die Besonderheit dabei: Dieser Build stand zuerst über den AltStore PAL zum Download.

Drei Screenshots eines iPhones, die App-Installation und -Updates für die iPhanpy-App zeigen. Der linke Screenshot zeigt einen Twitter-Post, der die Veröffentlichung einer nativen iOS-Version der iPhanpy-App über AltStore PAL ankündigt. Der mittlere Screenshot zeigt den Bildschirm "Meine Apps" in AltStore, mit iPhanpy und AltStore unter "Installiert" und einer Aktualisierungsbestätigungsaufforderung. Der rechte Screenshot zeigt einen Twitter-Post von iPhoneBlog und andere, nicht verwandte Posts.

Launching iOS apps costs money, but my developer license was fully covered by the good folks at AltStore!

AltStore has been around for a while as a way to sideload apps into an iPhone, but now it’s a proper alternative marketplace for iOS in the EU and Japan! Meaning that it’s the only way to install apps that Apple won’t allow you to.

iPhanpy is available on both the AltStore and the Apple App Store, but I highly recommend checking out the AltStore version if you’re able, so you can also check out the other apps in there.

Matt Fantinel

Alternative App-Marktplätze wie der AltStore PAL sind a) erfolgreich von Apple ausgebremst worden, erzeugten b) aber auch keinerlei Nutzernachfrage. Beides kann gleichzeitig wahr sein.

Die konkreten AltStore-PAL-Nutzerzahlen kenne ich nicht, aber ich sehe das Angebot, oder vielmehr sehe ich kein Angebot. iPhanpy ist hier eine der wenigen erwähnenswerten Ausnahmen, erscheint jedoch zeitgleich auch in Apples Download-Store.

Ob das mit Direktinstallationen einzelner Apps aus dem Web für Telefon-Software anders gewesen wäre, wissen wir nicht. Und da sich die EU auf das Konzept von „Alternativen App-Marktplätzen“ für Gatekeeper erst einmal eingelassen hat, werden wir das auf absehbare Zeit auch nicht ausprobieren.

Die Freemiumisierung der iWork-Apps

Pages, Numbers und Keynote sind nicht mehr kostenlos, sondern kostenlos*. Die Werbung fürs Abo innerhalb der Apps ist dabei kein einmaliger Hinweis: Farbige Icons kennzeichnen alle Funktionen, die man ohne Creator-Studio-Bundle nicht hat. Bestimmte Gratisfunktionen verstecken sich sogar hinter diesen farblich abgesetzten Paywall-Icons.

Die Übergänge zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Features sind fließend; sie finden sich auf dem Startscreen, in der Vorlagenauswahl sowie in der Menüzeile und den Untermenüs von geöffneten Dokumenten.

iPhone-Bildschirm, der den oberen Teil einer App mit einem Kameraausschnitt, Uhrzeit, Signal, Batteriestatus, einem Zurück-Pfeil, einem Logo, Menüpunkten und einer Bearbeitungsschaltfläche anzeigt.

Kann man Apples Suite trotzdem noch kostenlos nutzen? Ja. Fühlt es sich nach einer Degradierung der Experience an? Ja. Gehören Pages, Numbers und Keynote thematisch ins Creator-Studio-Bundle? Vielleicht? Hätte diese Entscheidung jemand hinterfragt, wenn Apple sie dort herausgelassen hätte? Wohl kaum.

Ich zahle gerne für Apps; nur in absoluten Ausnahmefällen finde ich mich mit zusammengestrichener oder werbefinanzierter Software ab. Wenn ich Ads mit Geld unterbinden kann, tue ich das gewöhnlich. Gelegentlich werfe ich früher Geld ein, als das vielleicht sinnvoll ist. Ich bin hier aber sicherlich weniger schmerzbefreit, als die generelle App-Store-Kundschaft.

Die Freemiumisierung der iWork-Apps weckte deshalb zwangsläufig den Gedanken nach Alternativen auf. Und das nach Jahrzehnten (!), in denen ich Apples Word-, Excel- und PowerPoint-Äquivalente nie infrage gestellt hatte.

Screenshots eines mobilen App-Vorlagenladens, der verschiedene Vorlagenkategorien, vorgestellte Bildoptionen und eine Vorschau einer Mathematik-Leistungszertifikat-Vorlage zeigt; beinhaltet eine "Apple Creator Studio"-Abonnementwerbung.

Für klassische Rechnungsvorlagen denke ich dabei an Craft; iA Presenter kann Keynote ersetzen und unformatierte Texte tippe ich ohnehin in Ulysses.

Das ist alles nicht preiswerter, prinzipiell auch nicht besser und ersetzt ohnehin nur einen Teil des iWork-Funktionsumfangs. Für mich reicht’s, aber Apples iWork-Suite glänzte immer damit, so viele Bedürfnisse abzudecken. Obendrein war es die perfekte Werbung für Apples Hardware.

Deshalb war’s schade, dass der Gedanke über Alternativen überhaupt bei mir aufkam. Freemium hat einen Beigeschmack; bei einigen stößt er bitterer auf als bei anderen. Trotzdem bleibt ein Beigeschmack, den sich Apple leistet, weil man dem Creator Studio so mehr Aufmerksamkeit zukommen lässt. Und ich weiß nicht, ob’s das wert war.

Tipp: App-Einstellungen

Ein Mann mit Brille und Baseballkappe ist vor einem blauen Hintergrund abgebildet, der ein offenes iPhone mit dem Einstellungsbildschirm "Apps" zeigt. Das iPhone zeigt eine Liste von Apps mit Optionen wie "Standard-Apps" und "App-Installation". Der Mann befindet sich in einem Studio, hält ein Mikrofon.

Vimeo / YouTube

Neues Fazit nach zwei weiteren Jahren: Der Shortcut in die App-Einstellungen erweist sich gelegentlich als hilfreich: für die individuellen „Kopieren und Einfügen“-Berechtigungen, die Erlaubnis auf den Tastaturzugriff, die Sprache sowie eine Änderung der Standard-Apps.

Apple Creator Studio

Eine horizontale Leiste mit einer Reihe von elf stilisierten, farbenfrohen Symbolen auf schwarzem Hintergrund.

Final Cut Pro, Logic Pro, Pixelmator Pro, Motion, Compressor und MainStage — sowie neue KI-Features und Premiuminhalte in Keynote, Pages und Numbers — gebündelt in einem einzigen Abonnement

Apple.com/Newsroom

Der Preis für Apple Creator Studio ist super (129 EUR/Jahr) und noch viel besser für Studie­rende und Lehrkräfte (29 EUR/Jahr). Obendrein lässt sich das Vollpreis-Abo über die Familien­freigabe teilen!

Und weil Apple generell eine Preismarke setzt, obwohl diese sehr erschwinglich ist, bleibt ein Markt für konkurrierende Software (Affinity, Ferrite, etc.). Mit kontinuierlichen Einnahmen – egal, wie gering sie in Apples Dimensionen ausfallen – kann man außerdem intern Ressourcen für die Pflege und Weiterentwicklung rechtfertigen.

Im Gegenteil zum Einzelkauf lädt das Abo zum Ausprobieren ein, respektive zu einer projektbezogenen Nutzung. Das bleibt generell ein unterschätzter Aspekt von Abos und deren Fähigkeit, neue Kund:innen zu gewinnen.

Gleichzeitig ist Apple Creator Studio ein einzelnes Bundle zu einem festen Preis; keine „Suite“ die sich mit unterschiedlicher Software zu unterschiedlichen Preisen mixen lässt.

Apropos Adobe und Microsoft: Ich schätze Apples anhaltenden Fokus auf die semiprofessionelle und engagierte (Hobby-)Zielgruppe – mehr YouTube als Hollywood. Ihre Software ist dabei teilweise sehr kompatibel mit den Dokumententypen aus Photoshop und Word, verbiegt sich dafür aber nicht. Wer 100-prozentige Kompatibilität benötigt, muss dort abonnieren (und dann auch mit deren Software arbeiten).

Unverständlich sind mir dagegen einige Aspekte der Umsetzung von „Creator Studio“. Final Cut Pro (350 EUR), Logic Pro (230 EUR), Pixelmator Pro (60 EUR), Motion (60 EUR), Compressor (60 EUR) und MainStage (35 EUR) lassen sich weiterhin einzeln erwerben.

Warum?

Mit der hauseigenen Abo-Konkurrenz würde ich heute niemandem zum teuren Einmalkauf raten. Wie lange pflegt Apple diese Einmalkäufe? Bekommt die Abo-Version (KI-)Features, die die einmal bezahlte Version dann nicht mehr bekommt, weil diese Funktionen laufende Kosten verursachen?

Zugegeben: Bestehende Kund:innen (wie ich) freuen sich darüber, nicht direkt aufs Abo wechseln zu müssen. Wenn ich heute jedoch vor der „Kaufen oder abonnieren“-Frage stehen würde, müsste ich nicht überlegen: Das Abo ist so viel attraktiver – auch weil’s die iPad-Apps beinhaltet.

Meine Bedenken sind aber nicht nur eine Theorie, sondern in der Praxis bereits nachzuvollziehen. Apple Creator Studio überrollt die iWork-Apps – nach Katamari-Art – und deklassiert diese „kostenlosen Versionen“ zum einem Freemium-Produkt (mit der entsprechenden Werbung fürs Abo).

So in the end, I am predisposed to view this new bundle positively. It’s only the clumsy inclusion of Pages, Keynote, Numbers (and later Freeform) that gives things a sour taste. Apple could solve this problem by offering a lower-priced productivity suite, and perhaps communicating how it will determine which features of those apps are for everyone and which ones are only available for those who pay. I didn’t expect the iWork apps to catch strays from the launch of an impressive professional creative suite from Apple, but here we are.

Jason Snell

Ein schwarzes iPad, das den Text "Take your design anywhere" anzeigt, mit Design-Tools auf der Seite, vor einem Gradienten aus Gelb- und Orangetönen, alles auf schwarzem Hintergrund.

Pixelmator Pro fürs iPad ist funktionsgleich zur Mac-Version und sicherlich ein besonders hervorzuhebendes Highlight. Photomator findet dagegen gar keine Erwähnung; das scheint mir aber nur eine Frage der Zeit.

I have no little birdie insider information about that, just my own hunch. I just think that if Photomator didn’t have a future, Apple’s statement about it would say so, and they’d stop selling the current version. And the lack of a professional photo library app is a glaring omission in Creator Studio. Apple Photos is an outstanding app, and iCloud Photo Library has in my experience delivered fast dependable syncing across devices for several years now. But an app like Photos, that is necessarily anchored to the needs of very casual users, can’t possibly scale in complexity to meet the needs of professional photographers. And Photos is not fully satisfying for prosumer users like me.

John Gruber